Historisches Spektakel lockte nach Seesen

Das Historische „Sehusafest“ in Seesen hat Tradition, es ließ die Geschichte Seesens für zwei Tage neu aufleben. Wieder kamen Tausende, um das mittelalterliche Spektakel zu verfolgen.

Zum Auftakt gab es Sonne satt und das tat dem größten Historienfest Norddeutschlands richtig gut. In der gesamten Region genießt das Historienspektakel den Ruf, etwas Besonderes zu sein. Das Eintauchen in die mehr als 1000-jährige Geschichte Sehusens, und diese hautnah zu erleben, lockte ein Mal mehr Abertausende Besucher nach Seesen. Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen und verschärfter Auflagen war es ein ganz normales Sehusa Fest, wie in den vielen Jahren zuvor.

Bei sommerlichen Temperaturen platzte die Innenstadt aus allen Nähten. Galt es doch, das historische Spektakel mitzuerleben und selbst ein Bad im Mittelalter zu nehmen. Nichts zu Spüren von den Schattenseiten einer der dunkelsten Zeit-Epochen der Geschichte. Ganz im Gegenteil: Die Stadt war bevölkert mit friedlichen Zeitreisenden, die ihren kurzweiligen Moment in Seesen in vollen Zügen genossen. Bereits am Samstagmittag startete der historische Markt. Der Seesener Markt zur Renaissance im Schlosspark war gespickt mit allerlei Kram, Quacksalbern, Zahnbrecher, Zigeuner, Gaukler, Musikanten, Ackerbürgern, Landsknechte, Musketiere, Schutten, Herolde, Barbier, Ritter, Knappen, Marketenderinnen, Kanoniere, Gaukler, Landknechtswerbern und der Rittertafel. Über 60 Handwerkskünste aus früherer Zeit konnten bestaunt und erlebt werden. Natürlich wechselten viele Dinge gegen Silbertaler den Besitzer.

Nur ein Stückchen weiter empfing der Bader Thomas aus Nordhausen, Gäste für ein wohlfeines Zuberbad. Nach und nach füllten sich die Straßen, Wege, Gassen und Wiesen auf dem Festareal. Der typische Historienfest-Duft nach brennendem Holz und allerlei Köstlichkeiten lag in der Luft. So konnte man sich an Gesottenem und Gebratenen in allen Varianten laben und sich mit leckeren Champignons, die in einer der großen Pfannen zubereitet wurden, eine Gaumenfreude bereiten. Auf den Bühnen wurde den Gästen mittelalterlich eingeheizt und tolle Unterhaltung geboten. Für die „Jüngsten“ gab es viel zu sehen und zu hören angefangen vom Puppentheater, dem Märchenzelt, Ritterturnier, Mäusetheater und vieles mehr.

„Über 80 Musketiere und Pikeniere sind dieses Jahr in Seesen“, erklärt der 1. Vorsitzende der Sehusa Musketiere Helge Kaiser gegenüber dem „Beobachter“. Mit den eigenen „Truppen“ waren es weit über 100. Kanonen- und Musketendonner waren überall zu hören, schließlich war der 30-jährige Krieg voll im Gange. Am Ende mit demselben Ausgang wie in jedem Jahr. Obwohl das Sehusafest seit 42 Jahren immer wieder dasselbe Spektakel ist, hat es nichts an seinem Charme verloren. Ex-Seesener kommen gern für diese zwei Festtage nach Seesen. „Ich bin in Seesen mit dem Sehusafest aufgewachsen und lebe und studiere zurzeit in Halle an der Saale. Dennoch treffe ich mich jedes Jahr mit Freunden auf dem Sehusafest und verbringe diese Tage mit Freunden in Seesen“, betont der 22-jährige Maximilian. Auch der 62-jährige Lothar aus Goslar verpasst kein einziges Sehusafest. „Ich entdecke immer etwas Neues auf dem Historienfest und komme mit meinen Bekannten bestimmt schon seit über 30 Jahren nach Seesen“, verrät er gegenüber der Zeitung. Allerdings ist er noch nie bis zum mittelalterlichen Open-Air-Konzert geblieben, dieses hole er aber dieses Jahr nach. Die Mittelalter Band Pestilenzia, startete am Samstag nach der Sage vom Siberhohl und dem Feuerspektakel von „Seelenfunkeln“ mit ausgelassenem Open-Air-Feeling. Mehr als 3000 Besucher verfolgten das Mittelalterliche Konzert auf der Wiese vor der Burg Sehusa am Wilhelmsplatz. Bis tief in die Nacht waren die „Pestis“ in ganz Seesen zu hören.

Der Sehusafest-Sonntag startete kalt und nass. Dabei standen noch viele spannende Punkte auf dem Ablaufplan. Das Wetter schlug seine Kapriolen, aber das kennt man beim Sehusafest. Gegen 20 Uhr beendete der Nachtwächter das 42. Sehusafest.

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Berichterstattung im „Seesener Beobachter“ vom 05.09.2016

Text: Antonio Mateo

Beitragsfoto: Tatjana König

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